Gemeinschaftsgräber - Urnenwürfel


URNENWÜRFEL


Aus einem großen Steinkubus, 100 x 100 x 100 cm, entstehen durch senkrechte und waagrechte Schnitte
20 einzelne Würfel von etwa 30 x 30 x 30 cm. Es ist beabsichtigt, diese Würfel nacheinander, immer zu vieren, vom großen Würfel wegzunehmen und auf die für sie bestimmten Gräber zu setzen. Sind alle 20 Würfel versetzt, bleibt am Ende der Kern des Würfels, ein Kreuz, übrig, das dem gesamten Urnengrabfeld als gemeinsames Zeichen dienen soll.

Vor dem Versetzen wird der Urnenstein vom Steinmetz mit den Namen und Daten der Verstorbenen beschriftet. Die vier senkrechten Würfelseiten sind dafür vorgesehen. Um jeden Stein können somit vier Urnen beigesetzt werden; das ergibt bei 20 Würfeln insgesamt 80 Urnenplätze.

Die Oberseite des Würfels kann auf unterschiedliche Art und Weise handwerklich oder künstlerisch gestaltet werden. Durch die individuelle Gestaltung dieser Fläche ist es möglich, jedem Stein seine eigene Note zu geben und damit den streng geometrischen Würfeln auch etwas von ihrer Uniformität zu nehmen.

Bei der Wahl der Gesteinsart für die Urnenwürfel sollte auf die jeweilige Landschaft und auf die gärtnerische Gestaltung Rücksicht genommen werden.

Das Grabfeld mit den Urnenwürfeln ist als Alternative zu der heute auf unseren Friedhöfen sich immer weiter ausbreitenden Urnenwand gedacht. Die Urne wird hierbei sogleich der Erde übergeben, wo sie sich mit der Asche des Toten im Lauf der Jahre auf natürliche Weise auflösen und in Erde verwandeln kann. Der Umweg über die Urnenwandnische wird damit vermieden.

Entwurf: Willi Seiler

Das erste Urnengrabfeld mit den oben beschriebenen Würfeln ist auf dem kirchlichen Friedhof in Stammbach/Ofr. entstanden. Als Gesteinsart wurde der Waldstein Granit aus dem Fichtelgebirge verwendet.